Artenschutz Die Griechische Landschildkröte (testudo hermanni boettgeri) zählt, so wie alle anderen europäischen Landschildkröten, zu den streng bedrohten Arten. Diese sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen, im Anhang II, seit 1976 gelistet. Auf EU-Ebene (ebenso in Österreich), sind sie im Anhang A seit 1984 noch strenger geschützt. Daher dürfen diese Tiere auch nur mit den dazugehörigen CITES-Papieren gehandelt werden. Zum Handel zählt auch Tausch, Austausch, Anbieten zum Verkauf, Vermieten und Verschenken. [caption id="" align="alignnone" width="112"] Cites Vorderseite[/caption] [caption id="" align="alignnone" width="111"] CITES Rückseite[/caption] Neben dieser grundsätzlichen Regelung zum Artenschutz gibt es noch gesetzliche Verpflichtungen, die jeder Schildkrötenhalter erfüllen muss. Die Haltung unterliegt auch der Meldepflicht. Dazu genügt eine kurze E-Mail an die zuständige Bezirkshauptmannschaft des jeweiligen Wohnortes, in welcher mitgeteilt werden muss, dass man ein Tier erstanden hat. Weiters muss die dazugehörige CITES Nummer angegeben werden. Etwaige Veränderungen des Bestandes (Zunahme/Abnahme) gehören ebenfalls unverzüglich gemeldet. Fotodokumentation Für Griechische Landschildkröten gilt seit 2013 eine Kennzeichnungspflicht, welche in Form einer Fotodokumentation zu erfolgen hat. Anhand dieser und den eindeutigen Erkennungsmerkmalen, ist jede Schildkröte zweifelsfrei erkennbar. Bei Jungtieren erfolgt dieses zum ersten Mal 2 - 3 Monate nach dem Schlupf. Im nächsten Jahr dann im Frühjahr (5 - 8 Monate nach dem Schlupf). Jeweils im Herbst nach ca. 12 - 14 Monaten und zwischen 25 - 28 Monaten folgen die Fotos Nummer 3 und 4. Im Alter von 3 Jahren (36 - 39 Monate) erfolgt das 5. Foto. Für adulte Tiere reicht ein Abstand von 5 Jahren völlig aus. Schildkröten werden anhand von elf unterschiedlichen Merkmalen, vom Nackenschild, des fünften Wirbelschildes sowie der fünf Kreuzungspunkte der Bauchpanzerschilde identifiziert. Wie schaut ein richtiges Bild aus? Das Tier sollte auf einem weißen Hintergrund abgelichtet werden. Der Panzer (Carapax) muss senkrecht von oben wie auch von unten (Plastron) fotografiert werden. Das Tier muss mindestens 70 % des Bildes ausfüllen. Ein Lineal oder Maßband muss beiliegen, um die wahre Größe des Tieres ableiten zu können. Eine gute Auslichtung muss gegeben sein (kein Schatten) um die Konturen gut erkennen zu können. Das Tier muss gesäubert sein, darf aber nicht nass sein. Das Aufnahmedatum sollte integral vorhanden sein. Wenn Ausarbeitung gewünscht, dann im Format 9x13 cm und glänzend, sonst reicht ein digitales Bild. Wichtig beim Kauf von neuen Tieren: Ist eine EU-Bescheinigung vorhanden? Stimmen die Merkmale auf den Fotos der CITES Papiere mit denen der Tiere überein? Wurde eine lückenlose Fotodokumentation geführt?        ...

  Die meisten Krankheiten, die bei Landschildkröten auftreten können, entstehen durch falsche Haltungsbedingungen. Durch die Haltung unserer Schildkröten in einem strukturierten Außengehege inkl. Frühbeet/Gewächshaus und der notwendigen Winterstarre, schon ab dem Schlupf, kann man das Auftreten von Krankheiten fast komplett ausschließen. Wenn man zu seinen bestehenden Tieren ein neu erworbenes Tier hinzufügen möchte, so empfehle ich Ihnen mindestens eine Quarantänezeit von 12 Monaten und einen Check beim Tierarzt. Dieser wird Ihnen dann zu einem Herpestest raten, der auch durchgeführt werden sollte! Sonst gefährden Sie nicht nur das frisch erworbene Tier, sondern auch Ihren bereits vorhandenen Bestand. Da nicht für alle Krankheiten hier auf der Homepage Platz ist, und ich kein Spezialist auf diesem Gebiet bin, möchte ich hier auch nur ein paar Krankheiten, welche durch Gespräche mit anderen Schildkrötenbesitzern an mich herangetragen wurden, anführen: Herpes Erkrankte Tiere weisen meist einen eitrigen Rachenraum auf. Ob ein Tier tatsächlich infiziert ist, kann mittels eines Bluttests oder einem Rachenabstrich nachgewiesen werden. Nahrungsverweigerung nach der Winterstarre, Posthibernale Anorexie (PHA) Nach der Winterstarre sollten Schildkröten ausgiebig gebadet werden, damit sie ihren Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen können. Oder man stellt ihnen Wasser zur Verfügung, damit sie baden und trinken können. Für gewöhnlich nehmen sie in den kommenden Tagen danach wieder Futter auf. Wenn nicht, dann liegt eine PHA vor. Diese äußert sich an einer trockenen Haut, einem geröteten Panzer und einem Gewichtsverlust von 10 % und mehr. Papageienschnabel Durch eine mangelnde Beanspruchung des Kiefers kann dies entstehen und das Tier bei der täglichen Nahrungsaufnahme behindern. Der Papageienschnabel entsteht meist durch die Verabreichung von zu weichem und breiartigem Futter. [caption id="" align="alignnone" width="128"] Schildkröte mit Papageienschnabel[/caption] Panzerdeformation Ist auf ungeeignetes Futter (siehe Ernährung), zu wenig UV-Licht und zu trockene Haltung zurückzuführen. [caption id="" align="alignnone" width="240"] Schildkröte mit Panzerdeformation[/caption] Legenot Kann ein Weibchen seine Eier nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums ablegen, spricht man von Legenot. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Fehlende Eiablagemöglichkeiten, Stress, Kalziummangel, Umzug, etc… Wird bei Legenot nicht eingeschritten, so stirbt das Weibchen. Eine Röntgenaufnahme beim Tierarzt kann klären, ob bei Ihrem Tier eine akute Legenot herrscht oder nicht. [caption id="" align="alignnone" width="132"] Röntgenbild einer Schildkröte mit Legenot[/caption] Sollte Ihnen das Verhalten Ihres Tieres in Bezug auf Nahrungsaufnahme, Aktivität, sowie einer ungewöhnlichen Gewichtsveränderung merkwürdig erscheinen, so kontaktieren Sie bitte einen fachkundigen Reptilientierarzt Ihres Vertrauens. Tierärzte, welche sich mit Reptilien sehr gut auskennen und die ich empfehlen kann, entnehmen Sie bitte meinen Angaben:   Tierärzte für Schildkröten in Österreich   Eine Kotuntersuchung einmal im Jahr Anfang August ist sicherlich von Vorteil, um zu erkennen, in welcher Menge Amöben, Oxyren oder Spulwürmer im Darm vorkommen. Von einer prophylaktischen Darmreinigung sollte meiner Meinung nach Abstand genommen werden, denn ein steriler Darm ist genauso ungesund wie ein Zuviel an besagten Einzellern und Würmern. Sofern man diese Untersuchung wie empfohlen im August durchführt, ist bei einem möglichen Befall ausreichend Zeit, eine Behandlung zu starten und auch noch genügend Zeit, damit die Tiere die Arznei wieder rechtzeitig vor der Winterstarre aus ihrem Körper ausscheiden. Ich selbst besitze ein kleines Buch, in welches ich Gewichtszunahme oder -abnahme ca. alle 2 Wochen dokumentiere. Dazu setze ich die Schildkröte kurz auf eine Küchenwaage und trage das Gewicht in der Spalte des gewogenen Tieres in das Heft ein. Das geht sehr schnell und ist für die Schildkröte auch nicht unangenehm. Lebenserwartung Man sollte sich schon vor dem Kauf darüber klar sein, dass Schildkröten sehr alt werden können und diese Tiere einem daher sein ganzes Leben lang, gute Haltung vorausgesetzt, begleiten können. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 50 - 70 Jahren. Aber es gibt auch bewiesene Belege diesbezüglich, dass die Tiere in menschlicher Obhut schon 100 Jahre, 115 Jahre und älter wurden. Woran erkenne ich eine gesunde Schildkröte? Panzer: Bei Jungtieren und Schlüpflingen ist der Panzer elastisch und gibt nach, wenn man einen leichten Druck mit dem Daumen darauf ausübt. Bei älteren Schildkröten sollte der Panzer glatt gewachsen, fest und frei von Verletzungen sein. Haut: Die Haut sollte keine Wunden aufweisen und trocken sein. Augen: Die Augen sollten offen sein und klar aussehen. Wohingegen bei geschwollenen und trüben Augen ein fachkundiger Schildkrötentierarzt aufgesucht werden sollte. Nase: Leichte Atemgeräusche sind „normal“. Lautere Pfeifgeräusche können aber auf eine Erkrankung der Atemwege hinweisen. Krallen: Sofern man ein gut strukturiertes Freigehege hat, mit abwechslungsreicher Bodenbeschaffenheit (siehe Freigehege), nützen sich die Krallen auch dementsprechend ab. Bei einer Haltung auf zu weichem Untergrund, Terrarium etc. dementsprechend nicht. Kot: Der Kot sollte dunkel sein, und variiert je nach gefressenem Futter von braun bis grün. Der Harn von gesunden Tieren ist klar, kann aber auch manchmal eine weiße, cremige pastenähnliche Konsistenz aufweisen. Hier spricht man von Urate. Das Tier läuft kraftvoll, gleichmäßig und gerade mit allen vier Beinen. Dabei wird der gesamte Panzer gleichmäßig hochgehoben und berührt den Boden nicht. Ein gesundes Tier frisst jederzeit einen Leckerbissen, auch wenn es schon gefressen hat. Bringen Sie einen Leckerbissen (Blüte) zum Testen mit. Wenn all diese Punkte zutreffen, dann ist das Tier top gesund. Wie viel Gewichtszunahme ist normal? Hier einen Wert anzugeben, der als normal bezeichnet werden kann, ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Denn das...

  Die testudo hermanni boettgeri (thb) ist die größte Unterart der griechischen Landschildkröten und gehört zur östlichen Unterart. Neben dieser Art gibt es aber auch noch die westliche Unterart, testudo hermanni hermanni (thh) und die dalmatische Lokalform, testudo hermanni hercegovinensis (thherc). [caption id="" align="alignnone" width="200"] Verbeitungsgebiete der Unterarten der griechischen Landschildkröte[/caption] Falls Sie noch nie eine griechische Landschildkröte aus nächster Nähe betrachten konnten, sehen Sie hier Bilder. Zum einen vom Rückenpanzer (Carapax) als auch vom Bauchpanzer (Plastron) der Schildkröte. Der Rückenpanzer besteht aus: 1 Nackenschild22 Randschilde5 Wirbelschilde8 Rippenschilde1 geteiltes Schwanzschild [caption id="" align="alignnone" width="118"] Rückenpanzer einer adulten griechischen Landschildkröte[/caption]   Der Bauchpanzer besteht aus je zwei:KehlschildeArmschildeBrustschildeBeinschildeAfterschilde [caption id="" align="alignnone" width="123"] Bauchpanzer einer adulten griechischen Landschildkröte[/caption] Was kennzeichnet eine Schildkröte der östlichen Unterart? Grundfarbe des Panzers variiert von gelb-oliv bis ocker-bräunlich Mittelnaht zwischen den Brustschildern ist länger als zwischen den Beinschildern [caption id="" align="alignnone" width="134"] Vergleich Brustnaht vs. Beinnaht[/caption] Selten besitzen die Tiere der Ostrasse einen gelben Wangenfleck, wenn ja, dann ist dieser kleiner und weniger ausgeprägt als bei der Westrasse Panzer ist gewölbt, aber nicht so hoch wie bei der Westrasse und auch leicht oval. Am Ende des Schwanzes befindet sich der Hornnagel. Schwarze Zeichnungen am Bauchpanzer (Plastron) können von diffus vorhanden bis zu einem vollständigen schwarzen Panzer reichen Vor dem 5. Lebensjahr ist der Geschlechterunterschied nicht eindeutig erkennbar und daher nicht zu 100 % bestimmbar. Vollständig ausgeprägt sind die unten angeführten Merkmale erst im geschlechtsreifen Alter. Deswegen sind Tiere, welche nicht artgerecht gehalten wurden, so genannte „Dampfaufzuchten“, viel schneller geschlechtsreif als ihre richtig gehaltenen Altersgenossen. In der Natur sind die Weibchen mit 12 Jahren und Männchen mit 10 Jahren geschlechtsreif. Der Eintritt in die Geschlechtsreife bei Schildkröten ist nicht alters- sondern gewichtsabhängig. Wann dieses Gewicht erreicht wird, ist abhängig von Art und Unterart, von der aufgenommenen Nahrung und der Menge und der daraus resultierenden Wachstumsgeschwindigkeit des Tieres. In Gefangenschaft können Männchen schon ab 400 Gramm und Weibchen ab 700 Gramm Körpergewicht geschlechtsreif werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie damit rechnen, dass Weibchen ab dem oben angeführten Gewicht Eier ablegen können. Dazu benötigen Sie, wie bereits erwähnt, einen Legehügel, oder eine andere adäquate Stelle zur Eiablage. Auch Weibchen, die nur gelegentlich bei einem Männchen sind, oder aber Weibchen, welche in einer reinen Mädels-WG gehalten wurden, können Eier ausbilden. Die Schildkröten müssen diese dann ablegen, ob sie befruchtet sind oder nicht, ansonsten kommt es zur Legenot. (siehe Krankheiten)   Wie unterscheide ich ein Männchen von einem Weibchen? [caption id="" align="alignnone" width="229"] Geschlechtsvergleich Männchen und Weibchen[/caption]     Männchen Weibchen Stockmaß: 12 - 21 cm Stockmaß: 20 - 25 cm Gewicht: 800 - 1200 g Gewicht: 1300 - 3000 g längerer, kräftiger Schwanz kleinerer Schwanz Bauchpanzer nach innen gewölbt (konkav) Bauchpanzer eben Afterschild länglich Afterschild quadratisch Nach innen gebogenes Afterschild Ebenes Afterschild Stirn eingedellt Stirn eben bis leicht gewölbt ...

Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre, Hibernation – was ist das? Sie meinen, das ist alles dasselbe? Falsch gedacht! Anhand einer einfachen Erklärung versuche ich die Verschiedenheiten aufzudecken und Ihnen zu erklären. Die Begriffe Winterschlaf und Winterruhe gelten nur für Säugetiere oder Vögel. Winterschlaf:Winterschlaf halten jene Tiere, die sich im Spätsommer Fettreserven anfressen und durchgehend bis ins Frühjahr schlafen. Sie senken ihre Körpertemperatur, Atmung und Herzschlagfrequenz sehr stark ab, um keine Nahrung mehr aufnehmen zu müssen. Beispiele dazu sind: Fledermaus, Igel, Murmeltier. Winterruhe:Tiere, die Winterruhe halten, senken Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag nicht so stark wie Tiere, die einen Winterschlaf halten. Sie wachen dadurch immer wieder auf und nehmen Nahrung zu sich. Beispiele hierfür sind: Braunbär, Waschbär, Eichhörnchen. Winterstarre:Wechselwarme Tiere wie Fische, Amphibien, Reptilien (und eben auch Griechische Landschildkröten) halten eine Winterstarre. Körpertemperatur, Atmung und Herzschlagfrequenz reduzieren sich dabei auf ein Minimum, auf 1-2 Atemzüge pro Minute und einen Herzschlag von etwa zwei Mal pro Minute. Hibernation: bedeutet dasselbe wie Winterstarre. Ich habe mir den Begriff Winterstarre angeeignet, denn dieser beschreibt am besten, was mit der Schildkröte während dieser Zeit passiert. Die Frage, ob meine Schildkröte eine Winterstarre halten soll oder doch besser nicht, weil sie ja noch so klein ist, kann ich mit einem klaren JA beantworten. Auch wenn sie erst kurz vorher geschlüpft sind, lasse ich meine Schildkröten starren. Ganz einfach deshalb, weil sie in ihrem natürlichen Lebensraum auch niemand vom Starren abhält, nur weil sie noch sehr klein/jung sind. Wechselwarme Reptilien brauchen den natürlichen Jahresrhythmus, um Nachzuchterfolge zu erzielen. Die Winterstarre verbessert außerdem das Immunsystem der Tiere und sie sind dadurch auch agiler und fitter als ihre Artgenossen, die nicht starren durften. Bei einer optimalen Temperatur von 4-6°C (maximal 8°C) während der Winterstarre verlangsamt sich der Stoffwechsel der Tiere derart, dass das Herz nur noch etwa zwei Mal pro Minute schlägt. Auch die Verdauung der Tiere findet bei diesen Temperaturen nicht mehr statt, wodurch es wichtig ist, dass die Tiere ihren Darm entleeren, bevor sie in die Winterstarre gehen. Dies gelingt am besten, wenn man die Tiere draußen in ihrem Freigehege sich selbst auf die Starre vorbereiten lässt. Gesundheitscheck vor der Winterstarre Offensichtlich kranke Tiere (Panzerverletzungen, offene Wunden, Erkältung oder Tiere mit Parasitenbefall) sollten keine Winterstarre halten Die Nasenlöcher sollten frei und trocken sein Die Augen sollten klar sein und nicht tränen Kotprobe entnehmen und untersuchen lassen (siehe Krankheiten) Wie führe ich die Winterstarre durch? Wenn Anfang Herbst die Lichtintensität abnimmt und die Tage kürzer werden, bereiten sich die Schildkröten, welche in einem gut strukturierten Freigehege gehalten werden, intuitiv selbst auf die Winterstarre vor. Dies ist die einfachste und auch die natürlichste Möglichkeit für Tier und Halter. Der deutliche Unterschied zwischen der Tagestemperatur und der Nachttemperatur führt dazu, dass die Tiere weniger fressen als im Frühjahr und auch im Sommer. Wenn es zum Blätterfall kommt und ein paar Tage hintereinander die Temperatur auch noch unter 10°C sinkt, dann stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme komplett ein. Sie kommen nur mehr sehr selten aus ihrem Frühbeet, zumeist über die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, um noch etwas Wärme zu tanken und ihren Darmtrakt zu entleeren. Meist kann man bemerken, dass sich die Tiere obendrein schon teilweise komplett über Nacht im Substrat im Frühbeet eingraben. Um zu verhindern, dass sie sich irgendwo im Freigehege eingraben, wo man sie vor dem Winter vielleicht gar nicht mehr findet, wäre eine Möglichkeit, das Gehege etwas zu verkleinern. Sie haben dann zwar nicht mehr so viel Auslauf, aber dafür lassen sie sich leichter finden. Sofern man sich als Ort der Winterstarre für einen Keller oder einen Kühlschrank entscheidet, muss man die Tiere bevor der Wetterbericht für mehrere Tage Minusgrade vorhersagt, aus dem Frühbeet heraus und an einen der unten angeführten Orte überführen. Bevor man das Tier in einen blickdichten Behälter (z.B. aus Plastik) setzen kann, füllt man diesen mit dem Substrat aus dem Frühbeet auf. Die Höhe sollte mindestens so hoch gewählt werden, dass sich die Schildkröte locker eingraben kann und auch noch Erde unter bzw. über der Schildkröte vorhanden ist. Im Anschluss daran setzt man die Schildkröte darauf. Nicht zu viele Tiere in einer Kiste überwintern, die Tiere sollten Platz haben und sich nicht berühren. Darüber folgt eine Schicht leicht befeuchtetes Buchenlaub und das Bett der Schildkröte für die Winterstarre ist gemacht. [caption id="" align="alignnone" width="240"] Überwinterungsbehälter gefüllt mit Buchenlaub[/caption] Vor der Winterruhe können die Schildkröten gewogen und das Gewicht notiert werden. Während der Winterruhe sollten gerade Schlüpflinge und junge Schildkröten bis zum 3. Jahr 1x kontrolliert werden. Ein Gewichtsverlust von max. 5 % (Schlüpflinge und junge Schildkröten bis zum ca. 3. Jahr bzw. bis ca. 100 g Gewicht) – 10 % während der Winterstarre ist noch im Rahmen. Bei einem Gewichtsverlust ist die Feuchtigkeit zu prüfen. Nimmt ein Tier mehr als 5 % – 10 % ab, muss die Winterstarre abgebrochen werden. Wo führe ich die Winterstarre durch? Keller Vor und während der Überwinterung ist die Temperatur zu messen. Sie sollte keinesfalls über 8°C liegen. Die Überwinterungsboxen in den Keller...

  Der Ernährung sollte ein hoher Stellenwert beigemessen werden, denn diese hat einen sehr großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Schildkröte. Durch ungeeignetes Futter können viele Fehlentwicklungen verursacht werden, zB. Papageienschnabel (siehe Krankheiten). Wenn man das Freigehege mit ausreichend verschiedenen Futterpflanzen bepflanzt, kann man von der Zugabe zusätzlicher Vitaminpräparate absehen. Diese sind, sofern man sie auch noch falsch dosiert, mehr schädlich als nützlich. Nachdem sich die Schildkröte nicht durch Laute, wie etwa ein Hund bemerkbar machen kann, leidet dieses Tier daher still vor sich hin. Wenn man den Tieren im Sommer einmal wöchentlich ein paar Himbeeren oder Erdbeeren anbietet, dann bringt dies die Tiere selbstverständlich nicht um, genauso wenig, wie wenn man winterwache Tiere mit Salat füttert (z.B.: Endiviensalat, Zuckerhut, Radicchio, Chinakohl, Vogerlsalat). Man sollte sich stets das natürliche Verbreitungsgebiet in Griechenland vor Augen führen. Dort naschen sie auch hin und wieder an Früchten. ABER vorwiegend sollten sich unsere Tiere mit abwechslungsreichen Wildpflanzen ernähren, denn diese enthalten die verschiedenen nötigen Vitamine und Spurenelemente und bescheren den Schildkröten ein langes und gesundes Leben! Das sollte unser Ziel sein. Denn geht’s der Schildkröte gut, geht’s uns auch gut und man erspart sich die Tierarztkosten. [caption id="" align="alignnone" width="213"] Schildi beim Chillen unter einem Thymianstrauch[/caption] Bei mir kommen weit über 40 verschiedene Futterpflanzen vor, welche laufend erweitert werden. Ich achte stets darauf, dass unter den reichlichen Futterpflanzen auch verschiedene Familiengattungen vorkommen, wie beispielsweise Korbblütengewächse, Lippenblütengewächse, Glockenblumengewächse u.v.a. Wenn bei Ihnen nicht so viele verschiedene Pflanzen wachsen, können Sie sich bei mir Samen von selbstgezogenen Pflanzen besorgen. Bereits großgezogene Pflanzen kann man bei der BIO-Gärtnerei Schützenhofer in Rohr im Kremstal(Steyr-Land/OÖ) erhalten. Frau Schützenhofer hat einen eigenen begehbaren Kräutergarten mit über 500 verschiedenen Wildpflanzen angelegt, hier sollte für jeden etwas dabei sein. [caption id="" align="alignnone" width="240"] BIO-Kräutergarten Gärtnerei Schützenhofer[/caption] Eine große Auswahl an Sträuchern hat die Firma Gartenbau Obermayr in Schiedlberg (Steyr-Land/OÖ). Überdies ist diese Firma ein kompetenter Partner in Bezug auf die Verlegung von Natursteinmauern. Bei der Auflistung meiner Futterpflanzen handelt es sich nur um eine kleine Auswahl von den vielen Futterpflanzen, die für Schildkröten geeignet sind. Wer sich mehr für Wildkräuter interessiert, dem kann ich das Buch von der Autorin Marion Minch ans Herz legen. Dieses beschreibt meiner Meinung nach die Pflanzen sehr gut und es ist obendrein übersichtlich in die verschiedenen Blütenfarben gegliedert. Dies erleichtert es einem ungemein, vor Ort die Pflanze sehr schnell zu bestimmen. Das Buch sehen Sie in der Rubrik "Bücher+Links" aufgelistet. Damit die Panzerpflege Ihrer Schildkröten bestens funktioniert und die ätherischen Öle den Panzer Ihrer Schildkröten pflegt, platzieren Sie die untenstehenden Pflanzen so, dass die Tiere bei Ihren Streifzügen durch das Gehege dabei vorbeikommen müssen. Dann brauchen Sie auch kein Panzerpflegeöl aus dem Geschäft! Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) - Familiengattung: Lippenblütler (Lamiaceae) Oregano (Origanum vulgare) - Familiengattung: Lippenblütler (Lamiaceae) Rosmarin (Rosmarinus officinalis) - Familiengattung: Lippenblütler (Lamiaceae) Salbei (Salvia officinalis) - Familiengattung: Lippenblütler (Lamiaceae) Thymian (Thymus vulgaris) - Familiengattung: Lippenblütler (Lamiaceae) Bevor Sie sich an die Bepflanzung des Freigeheges mit Futterpflanzen machen, entfernen Sie den Rasen vollständig. Das verursacht anfangs etwas Arbeit, aber glauben Sie mir, es lohnt sich. Die Tiere sind Feinschmecker und fressen Gras nicht, sondern bevorzugen die oben aufgeführten Wildkräuter. Von denen können gar nicht genug im Gehege sein! Wie Sie die Entfernung des Rasens am besten in Angriff nehmen, sehen Sie anhand der Beschreibung in der Rubrik Freigehege. Angebliches Futter, das Sie teilweise in älteren Büchern oder im Internet finden, welches Sie auf gar keinen Fall den Tieren anbieten sollten, sind: Tomaten, Bananen (denn diese haben ein sehr schlechtes Verhältnis von Calcium zu Phosphor und sind für den Darm der Tiere total ungeeignet) Gemüse jeglicher Art (Gurken, Brokkoli, etc…) Nudeln Katzenfutter Hundefutter Faschiertes Tierisches Eiweiß Eine spezielle Auflistung von giftigen Pflanzen macht meiner Meinung nach keinen Sinn, denn diese würde eben so lang werden wie die Futterpflanzenliste. Daher mein Tipp: Wenn Ihnen eine Pflanze unbekannt ist und Sie diese nicht dezidiert in einem Futterhandbuch finden, lassen Sie diese, zum Wohle der Tiere weg. Die einzigen zusätzlichen Futterzugaben, welche ich den Tieren anbiete, sind selbst hergestelltes Kräuterheu und Kalziumcarbonat (CaCO3) in Form von Sepiaschalen. Das Kräuterheu ist sehr reich an Rohfasern und wird daher länger im Darm behalten als etwa frischer Löwenzahn oder knackiger Spitzwegerich. Daher trägt das Heu zu einer gesunden Darmflora bei und reduziert obendrein die Anzahl möglicher Darmparasiten. Dabei ist Heu nicht gleich Heu und sollte keinesfalls mit dem Heu in Verbindung gebracht werden, welches Kühe fressen. Denn dieses beinhaltet in der Regel Gräser, welche Griechische Landschildkröten nicht fressen. Daher mache ich mir mein Schildkrötenheu selbst. Dies ist ein Kräuterheu, aus ca. 20 ausgewählten Wild- und Futterpflanzen und auch Blüten, welche ich im Jahr zuvor bereits geerntet und schonend getrocknet habe. Dies beinhaltet unter anderem: Malvenblüten, Stockrosenblüten, Kornblumenblüten, Ringelblumenblüten, Löwenzahn, Erdbeerblätter, Brennnesseln, Bärlauch, Spitzwegerich, Weinblätter, Breitwegerich, Haselnussblätter, Moschusmalve, Rosenblätter und -blüten u.v.m. Das Kräuterheu erhalten Sie online auf https://repterra.at Damit das Heu genügend Luft bekommt und nicht schimmlig wird, lagere ich dieses, bis es verbraucht...

  Damit es die Tiere auch während einer längeren Schlechtwetterperiode schön warm haben, braucht man Wärmequellen, denn Schildkröten sind Reptilien und brauchen die Wärme um aktiv zu werden. Für weitere Informationen bzgl. Wettervergleich Griechenland-Österreich auf die Rubrik Frühbeet klicken. Wer meint mit einer einfachen Glühbirne auszukommen der irrt! Da gehört ein bisschen mehr Technik dahinter, aber keine Angst, es ist nicht so hoch technisch kompliziert wie es auf den ersten Blick erscheint! Was ist nun die richtige Technik? Ich persönlich verwende den "Par 38 LED Strahler" von Philips (15 Watt). Mit 1-2 Stk. pro Frühbeet kommen Sie für gewöhnlich aus. Auch die "Kerbl Hartglaslampe", ebenfalls von Philips (150 Watt) ist eine gute Alternative. Diese Philips (150 Watt) ist eine gute Alternative. Diese Lampen steuern Sie am besten über eine Zeitschaltuhr (analog oder digital). [caption id="" align="alignnone" width="213"] Technik im Einsatz[/caption] Damit die Tiere an warmen Sommertagen es nicht zu heiß haben benötigen Sie zum Beispiel einen automatischen Fenster/Dachöffner wie den "Einhell Fensteröffner FH 70". Durch das Öl, dehnt sich der Kolben aus und öffnet so das Dach automatisch, wenn es zu warm ist. Selbstverständlich können Sie dies auch manuell machen, wenn Sie auf dieses Zubehör verzichten wollen oder es sich bei Ihrem Gewächshaus/Frühbeet nicht einbauen lässt. Der Öffner hat 7 kg Hubkraft und eine Hubhöhe von 40 cm. Sofern Sie überlegen die Tiere im Frühbeet/Gewächshaus zu überwintern, empfehle ich Ihnen den "Elstein Infrarot-Wärmestrahler" (100 Watt), damit Sie die Überwinterungsgrube frostfrei halten können. Anmerkung: Der Strahler gibt nur Wärme, aber kein Licht ab! Dazu einfach die "Par 38 Strahler" durch diese Lampen ersetzen und mittels einem Temperaturfühler steuern. Dieser ist mit einem externen Fühler ausgestattet und aktiviert die Lampen nur, wenn die zuvor eingestellte Temperatur unterschritten wird. Bei mir ist der "TFA Dostmann Thermo-Timer" in Verwendung. Die "Porzellanfassung Pro Socket" eignet sich aufgrund der hohen Temperaturbeständigkeit für alle Wärme- und Lichtlampen (wie z.B. den "Par 38 LED Strahler", "OSRAM Ultra-Vitalux" und "Elstein Infrarot-Wärmestrahler"). [caption id="" align="alignnone" width="120"] TFA Dostmann Thermo-Timer mit Zeitschaltuhr im Einsatz[/caption] Generell benötigt man für die Sommermonate nicht unbedingt eine UV-Lampe, denn die Schildkröten gehen bei schönem Wetter automatisch raus ins Außengehege. Sollte es wirklich einmal 3 Tage bewölkt sein, wird die Schildkröte sicherlich nicht gleich Rachitis bekommen. Dennoch empfiehlt sich die Verwendung einer solchen Lampe für die Übergangszeit im Frühling und Herbst. Für diesen Fall hat sich dich Lampe "OSRAM Ultra-Vitalux" bestens bewährt. Zur Überprüfung der Temperatur bietet sich ein Thermostat an. Ich verwende den "Testo Saveris 2-T2", da man an das Gerät ein zusätzliches Kabel zur Messung anschließen kann und so zum Beispiel die Temperatur im Frühbeet und auch außerhalb im Garten, etc. überwachen kann. Mittels WLAN Funktion, kann man die Temperatur jederzeit auf seinem Smartphone abrufen und kann sich monatlich die Temperaturkurven ansehen bzw. ausdrucken und seine Haltung stets optimieren. [caption id="" align="alignnone" width="213"] Testo Saveris 2-T2 im Einsatz[/caption] Sollte jemand nicht so technikaffin sein wie ich oder auch zusätzlich kann man auf die gute alte analoge Technik zurückgreifen. Dazu eignet sich ein Thermostat mit Hygrometer sehr gut. Betsens bewährt hat sich "TFA Dostmann Thermo-Hygrometer" bei mir. Wie verwende ich die Technik nun? Die "INSTAR IN-5907HD Wlan IP Kamera" ist eine wetterbeständige Außenkamera, welche sich sehr gut für die Überwachung des Schildkrötengeheges eignet. Man kann in Echtzeit per PC oder Handy-App auf das Live-Video zugreifen und darüber hinaus in einem definierten Zeitintervall Fotos und kurze Videos erstellen lassen. Für die Steuerung der Lampen empfiehlt sich eine digitale Zeitschaltuhr. Eine Zeitschaltuhr, welche einerseits leicht zu bedienen ist, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist, ist die "Zeitschaltuhr Goobay". Diese programmieren Sie so, wenn zwischen 9-12 Uhr keine 36 Grad Celsius im Frühbeet herrschen sich diese einschalten sollen. Selbstverständlich schalten sich diese auch automatisch wieder aus, wenn die Temperatur erreicht wird, da der "TFA Dostmann Thermo-Timer" über einen Temperaturfühler verfügt. Je wärmer es wird, umso mehr können Sie die Beleuchtungsdauer reduzieren, bis schließlich ganz einschränken im Sommer. Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, empfiehlt es sich die Lampen wieder einzuschalten, damit sich die Tiere bei einer Kälteperiode nicht schon vorzeitig ab September auf die Winterstarre vorbereiten. [caption id="" align="alignnone" width="240"] Monatsbericht von der Temperatur im Frühbeet[/caption] Zur Erklärung: Die türkise Kurve zeigt die Außentemperatur und die orange Kurve die Temperatur im Frühbeet an. Fällt die Außentemperatur unter 10 Grad Celsius für eine längere Zeit, dann sieht man anhand der orangen Zickzack-Kurve bei 10 Grad Celsius, dass sich der Elstein Wärmestrahler eingeschaltet hat und dadurch das Frühbeet beheizt wurde.  ...

  Griechische Landschildkröten sind Tiere, die unbedingt eine Freilandhaltung benötigen. Es ist davon abzuraten, diese Tiere in einer Wohnung, oder in einem Terrarium auf Dauer zu halten, denn dies ist keinesfalls artgerecht! Je nach Gegebenheit sehe ich als artgerecht einen Garten, einen Balkon oder eine Dachterrasse an. Wir mögen Schildkröten zwar als Haustiere ansehen, in Wirklichkeit sind sie aber Wildtiere und sollten auch so gehalten werden. Somit muss den Tieren ein ausreichend großes, strukturiertes Freigehege zur Verfügung gestellt werden. Bei mir hat jedes adulte Tier mindestens 10 m² Platz, jüngere Tiere dementsprechend etwas weniger. Auf den ersten Blick mag dem einen oder anderen diese Größenangabe vielleicht etwas viel vorkommen, denn dies würde bedeuten, dass 3 Tiere mindestens 30 m² Platz beanspruchen. Wenn man das Gehege jedoch strukturiert und nur einen Teil davon mit Futterpflanzen ausstattet, ist das die richtige Größe. So können diese ihrem natürlichen Instinkt, dem Weidegang, nachgehen, sich aussuchen, was, wie viel und wann sie fressen. Zusätzlich ist genügend Fläche zur Verfügung, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen können, wenn sie das möchten und sich nicht ständig gegenseitig bedrängen. Schildkröten sind keine Singles, sondern man sollte zumindest ein Pärchen halten, noch besser wäre eine harmonische Gruppe von 3 bis 4 Tieren. Hierbei ist aber auf ein ausgewogenes Verhältnis von Weibchen und Männchen zu achten. Es hat sich herausgestellt, dass 2 bis 3 Weibchen mit einem Männchen zusammen gehalten werden sollten, damit die Weibchen auch in der stressigsten Zeit, während der Paarung, nicht all zu sehr von dem Männchen verfolgt werden und eine Gruppenhaltung gewährleistet werden kann. Sofern man aber nur Männchen oder nur Weibchen in einer Gruppe halten will, ist dies natürlich auch möglich. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere in etwa dasselbe Alter und die gleiche Größe haben, denn es macht keinen Sinn, zu einem Jungtier eine 30 Jahre alte Schildkröte zu setzen. Diese beiden würden sich uninteressant finden und nebeneinander her leben, als ob sie in Einzelhaltung gehalten würden. Für alle, die sich jetzt fragen, was ist ein perfektes Schildkrötengehege, bzw. wie legt man so eines an? Hier eine Anleitung zur fachgerechten Vorgehensweise: Wahl des Standortes: Dieser sollte sich an der sonnigsten Stelle des Gartens befinden. Am besten wäre, wenn diese Fläche schon von den ersten Sonnenstrahlen am Morgen erreicht wird und im Laufe des Tages bei der Wanderung der Sonne stets bestrahlt wird. Mein Motto: Lieber zu viel Sonne als keine Sonne. Denn Schatten lässt sich leicht durch die Pflanzung eines Strauches realisieren, wohingegen man aufgrund mangelnder Sonne durch ausgeklügelte Technik in Form von Wärmelampen und UV-Lampen entgegen wirken muss. Schildkröten sind wechselwarme Reptilien und diese benötigen Wärme, um aktiv zu werden. Dies sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden und somit Bäume, Hausmauern, Wände oder Hecken eher gemieden werden. Weiters sollte das Gehege windgeschützt sein. Die Tiere sind empfindlich gegen zu viel Wind. Schilfmatten können sowohl als Sichtschutz wie auch Windschutz für die teilweise Umrandung des Geheges verwendet werden. 2. Gehege Umrandung: Sofern Sie den Tieren nicht Ihren ganzen Garten zur Verfügung stellen wollen (sofern dieser auch 100 % ausbruchsicher ist), sollten Sie bedenken, dass die Tiere wahre Ausbruchsmeister sind. [caption id="" align="alignnone" width="213"] Ausbruchsmeister[/caption] Damit Sie nicht immer von Ihrem Nachbarn die Tiere zurückholen müssen, empfehle ich Ihnen für den Zaun eine Mindesthöhe von als Mindesthöhe 35 cm. Das ist auch ausreichend für adulte Tiere. Die einzige Gefahr sind die Ecken, sofern sie im rechten Winkel aufeinander treffen, denn hier kann eine Schildkröte einer anderen leicht als Ausbruchshelfer dienen. Eine Querleiste hat sich als Problemlöser bewährt. Ob Sie Ihre Einfriedung mit Holzbrettern oder einer Mauer aus Steinen lösen, ist von Ihrem Geldbeutel und Ihrem Geschmack abhängig. An dieser Stelle sei nur anzumerken, dass natürlich Steine die Sonnenstrahlen viel besser einfangen als Holz und somit auch gleich als natürlicher Sonnenspeicher dienen. Die Umrandung sollte aber auf alle Fälle blickdicht sein. Bei juvenilen Tieren bis 3 Jahre – sollte auch auf eine Abdeckung nach oben gegen Fressfeinde wie Raben, Elstern, etc. geachtet werden. 3. Bodenbeschaffenheit: Der Boden sollte stets aus fester Erde bestehen, manche Teile des Geheges können aber auch Kies, Schotter und Sand enthalten, wobei ein Anteil von mehr als 80 Prozent Erde erstrebenswert ist. Damit der Boden bei einem Starkregen leichter wieder auftrocknet, kann man unter die Erdschicht etwas Kies einarbeiten, dies ist aber kein Muss. Ich habe mich entschieden, großzügig Anfang März, wenn die Tiere noch nicht so aktiv sind und im November, wenn die Tiere schon wieder in der Winterstarre sind, mit Meerkalk zu kalken. Die meisten dieser Produkte bestehen aus über 75% Kalziumkarbonat, Magnesiumcarbonat und Spurenelementen. Bevor es zu regnen beginnt, kalke ich kurz, damit das Oberflächenwasser den Kalk zügig in den Boden schlämmt. Obendrein ist dies dann nicht so staubig. Dadurch wird der Boden abgemagert, denn Wildkräuter benötigen einen leicht basischen Boden. Der pH-Wert sollte daher über 6,5 liegen. 4. Frühbeet/Gewächshaus: Dieses ist unbedingt erforderlich, da unsere Tiere...

  Meine Schildkrötenhaltung ist so ausgelegt, dass sich die Tiere als Selbstversorger ernähren können, sogar wenn man auf "Weltreise" geht. In dieser Zeit muss niemand die Tiere füttern, denn sie können sich eigenständig versorgen ohne zu verhungern. Die Schildkröten zu Selbstversorgern zu erziehen, ist die Königsdisziplin in der Haltung, die jeder Schildkrötenhalter meiner Meinung nach zum Wohle der Tiere anstreben sollte. Damit dies gelingt, sollten wir uns Mutter Natur zum Vorbild nehmen, denn sie weiß, was gut für die Tiere ist! Daher ist es auch wichtig zu wissen, wie ein Habitat (Lebensraum der Schildkröte) zum Beispiel in Griechenland aussieht und wie man dieses dann so naturnah wie möglich in seinem eigenen Garten im Freigehege nachgestalten kann! [caption id="" align="alignnone" width="213"] Habitat in Griechenland[/caption] Das Schildkrötenleben im Jahresverlauf Die Aktivität der Schildkröten wie auch das dazugehörige Futterangebot ist den unterschiedlichen Jahreszeiten angepasst. Frühling: Nach der Winterstarre beschränkt sich die Aktivität der Schildkröte auf die Tagesmitte, den höchsten Sonnenstand und somit dem wärmsten Zeitpunkt des Tages. Die meiste Zeit verweilen sie mit Sonnenbädern zur Regulierung ihrer Körpertemperatur. Schön langsam beginnen die Pflanzen zu wachsen und überall grünt es im Schildkrötenhabitat. Keimendes Unkraut bekämpft man am besten in dieser Jahreszeit. Bei steigenden Temperaturen Ende April/Anfang Mai beginnen die Tiere ihre Aktivitäten vom späten Vormittag/Mittag in die Morgenstunden zu verlegen. Die Männchen beginnen schon kurz nach der Winterstarre mit den Paarungsaktivitäten. [caption id="" align="alignnone" width="142"] Paarungsverhalten[/caption] Der Höhepunkt der Fortpflanzung wird in den Monaten April/Mai erreicht. In den Monaten Mai/Juni ist auch der Höhepunkt der Eiablage. Sommer: Im Hochsommer (Juli und August) sind die Tiere besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag aktiv, um der großen Hitze zu entkommen. Um die Mittagszeit sieht man so gut wie keine Tiere im Gehege herumwandern, denn es ist ihnen schlicht und einfach zu warm. Nur wir Menschen sind so unbedacht und legen uns während der Mittagszeit am Strand in die Sonne und lassen uns bräunen. Schildkröten sind viel schlauer und relaxen in Höhlen oder unter Sträuchern, um nicht zu überhitzen. [caption id="" align="alignnone" width="213"] Chillen während der Mittagshitze[/caption] Aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer kommt es durchaus vor, dass sich die Schildkröten während der Dämmerung erneut auf Futtersuche begeben. Generell kann für diese Jahreszeit festgestellt werden, dass aufgrund von zurückgehender Fortpflanzungsaktivität und der hohen Temperatur die Aktivität der Schildkröten im Gegensatz zum Frühjahr abnimmt. Gegen Ende des Sommers kommt es wieder zu vermehrter Paarungsaktivität. Die nun wieder angenehmeren Temperaturen und die vermehrten Regenfälle genießen die Tiere um ausgiebig zu baden und zu trinken. Mitte August beginnt dann auch der Schlupf der Jungtiere. Im Sommer ist das Futter nicht mehr so ausgiebig vorhanden, wie dies im Frühjahr der Fall war. Die Futterpflanzen verdorren und die Schildkröten nehmen immer mehr faserreiche Nahrung in Form von Heu zu sich. (siehe Ernährung) Herbst: Im Herbst sind die Tiere bei rückläufigen Temperaturen seltener unterwegs und auch dann nur während Wärmeperioden. Sie verlassen eher selten ihr Frühbeet/Gewächshaus, stellen das Fressen ein und ziehen sich vollständig in ihre Winterquartiere zurück. Auslöser für die Vorbereitung auf die Winterstarre sind die sinkenden Tagestemperaturen, die Lichtintensität der Sonne und die Tagesdauer, sowie das Absinken der Nachttemperaturen. Vorbereitende Tätigkeiten wie das Zurückschneiden der Sträucher und Futterpflanzen können nun im Freigehege erledigt werden. Winter: Der Winter ist die ruhigste Jahreszeit für den Schildkrötenhalter. Die Tiere starren für gewöhnlich und auch im Schildkrötengehege stehen keine Arbeiten an. Diese Zeit kann für etwaige Instandhaltungsmaßnahmen verwendet werden. [caption id="" align="alignnone" width="240"] Gehege bedeckt mit Schnee[/caption] Was kann ich nun aus dem Jahresverlauf der Schildkröte für mich persönlich ableiten? Von Herbst bis Frühling ist die richtige Zeit, sich mit dem Thema Schildkröten auseinander zu setzen. Nachdem Griechische Landschildkröten in dieser Zeit ihre natürliche Winterstarre abhalten, ist demzufolge von einem Kauf auf alle Fälle abzuraten. Ein seriöser Züchter, dem das Wohl der Tiere am Herzen liegt, würde niemals kurz vor oder sogar während der Winterstarre (November bis Februar) Griechische Landschildkröten verkaufen! Nach der Winterstarre (Anfang/Mitte März) ist der beste Zeitpunkt, Schildkröten bei einem Züchter Ihres Vertrauens zu erwerben. Dann haben Sie und die Schildkröte genug Zeit, sich besser kennen zu lernen und auch zu sehen, wie sie sich in das neue Gehege einfügt....

  Frühbeet: Ob Sie Ihren Tieren ein Frühbeet oder ein Gewächshaus anbieten liegt an ganz an Ihnen. Wichtig ist nur, dass es UV-Strahlen durchlässig ist, um das nötige Vitamin D3 zu bilden, damit im Schildkrötenkörper Kalzium und Phosphor in das Knochengewebe eingelagert werden kann. Ein Mangel an Vitamin D3, führt selbst bei ausreichender Kalziumversorgung zu Rachitis oder kann zur Legenot führen (siehe Krankheiten). Zur leichteren Entscheidung welche Art für Sie in Frage kommt, biete ich Ihnen hier eine pro und contra Liste zu beiden Typen an: Vorteile: meist benötigt man nur eine geringe Grundfläche niedrige Höhe, wodurch es wenig Angriffsfläche einen Sturm bietet versperrt nur einen kleinen Blick auf das Gehege leicht selbst herzustellen niedrigere Anschaffungskosten als ein Gewächshaus [caption id="" align="alignnone" width="213"] Frühbeet[/caption] Nachteile: niedrige Höhe,ist dadurch nicht begehbar   Gewächshaus Vorteile große Grundfläche große Höhe, wodurch es sehr gut begehbar ist [caption id="" align="alignnone" width="193"] Gewächshaus[/caption] Nachteile: große Höhe, wodurch es viel Angriffsfläche einen Sturm bietet versperrt einen großen Teil des Geheges in der Eigenmontage etwas komplizierter als ein Frühbeet meist teurer als ein Frühbeet egal, ob es nun ein Gewächshaus oder ein Frühbeet geworden ist, suchen Sie für den Standort die sonnigste Fläche in Ihrem bereits zuvor bestimmten Gehege aus. Jetzt heben Sie eine Fläche von ca. 0,5 m² pro Tier mit einer Tiefe von ca. 30 cm aus. Damit Sie später jederzeit einen Stromanschluss haben, verlegen Sie ein Erdkabel. Dadurch können Sie später, mittels einer Webcam ihre Tiere rund um die Uhr von der Couch aus beobachten, oder aber mittels eines Wärmestrahlers und einer UV- Lampe die nötige Wärme schenken, in längeren Schlechtwetterperiode. Ob Lampen von Dauer notwendig sind, hängt von Ihrem Zuhause aus ab. Wenn Sie in der Nähe von Innsbruck in einem Bergtal zuhause sind, wo sich stets ein Kaltluftsee bildet, sind dies ganz andere klimatische Gegebenheiten, wie wenn Sie am Bodensee in einer Weingegend wohnen. Sofern das Schutzhaus nicht komplett aus Plexiglas sondern aus Holz besteht, hat sich ein Fundament aus Rasensteinen bewährt auf welches das Schutzhaus gestellt wird. So ist gewährleistet, dass das Haus nicht von unten zu faulen beginnt. Rund um die ausgehobene Grube sollten Sie eine Drainage aus Schotter anlegen. Dies dient dazu, wenn Sie später einmal beabsichtigen sollten die Tiere im Frühbeet zu überwintern, dass im Herbst während einer Regenperiode oder im Frühjahr zur Schneeschmelze, ihre Tiere nicht in ihrem Zuhause ertrinken. Der Ausgang zum Freigehege sollte, wenn möglich nach Osten oder Süden hin offen ausgerichtet sein, um den Tieren ein Aufsuchen/Verlassen des Geheges jederzeit zu ermöglichen. Desweiteren erwärmen so in den Morgenstunden die ersten Sonnenstrahlen zusätzlich. Warum ein Frühbeet in unseren Breiten notwendig ist, können Sie selbst anhand zweier bereitgestellter Klimadiagrammevon Linz, Österreich und Kala Nera in Griechenland ablesen. [caption id="" align="alignnone" width="240"] Klimadiagramm Kala Nera, Griechenland[/caption]     [caption id="" align="alignnone" width="240"] Klimadiagramm Linz, Österreich[/caption] Was auf den ersten Blick auffällt ist, dass die Regentage in unseren Breiten bei durchschnittlich 15 Tagen pro Monat sind, in Griechenland aber nie mehr als 10 Tage erreichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Tageshöchsttemperaturen in Griechenland täglich, auf das ganze Jahr hindurch, um 10 Grad Celsius höher sind, als bei uns hier. Dies geht auch einher mit der täglichen Sonnenscheindauer, die in Österreich folgedessen geringer ausfällt. Bei wechselwarmen Tieren, wie dies Schildkröten nun eben einmal sind, ist eine Wärmezufuhr von außen notwendig, da der Körper nicht selbst Wärme produzieren kann. Erst durch Wärme kommt der Organismus der Schildkröten in Schwung und die Verdauung wird angeregt. So wichtig es für die Tiere ist, dass ihr Stoffwechsel durch eine hohe Temperatur angeregt wird, genauso wichtig ist für sie, aber in heißen Sommertagen den viel zu hohen Temperaturen, gerade über die Mittagszeit, aus dem Weg gehen zu können, um nicht zu überhitzen. Ob Ihr Frühbeet/Gewächshaus später selbst hergestellt wird aus Holz oder aus 16mm Alltop Stegplatten, sei Ihrem handwerklichen Geschick und Ihrem Geldbeutel überlassen.Ich selbst verwende als Frühbeet das "Schildkrötenhaus Paula" von JUWEL, welches ich nur empfehlen kann. [caption id="" align="alignnone" width="213"] Schildkrötenhaus Paula[/caption] ...

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